Ab auf die Leinwand: Die besten Crowdfunding Plattformen für Filmprojekte

Ab auf die Leinwand: Die besten Crowdfunding Plattformen für Filmprojekte

Die Idee schwirrt seit Jahren im Kopf herum, aber bevor der Film via Crowdfunding endlich finanziert werden kann, gibt es zahlreiche Entscheidungen, die getroffen werden müssen. Bevor die Entscheidung für eine Finanzierungsrunde fällt, müssen einige Fakten beachtet werden: Sollen die Unterstützer Kickbacks bekommen? Wie sichtbar soll das Marketing sein? Soll eventuell bereits vorab ein Haupt-Investor außerhalb der Plattform gefunden werden? Alle Entscheidungen haben direkten Einfluss auf die Art und Weise, wie der Film am Ende gesehen wird, und von wem.

Der Erfolg von Kickstarters Vorzeigeprojekt Veronica Mars ist sicherlich darauf zurückzuführen, dass die Fortsetzung der Serie von treuen Fans finanziert worden ist. Aber auch Filme ohne große Fan Basis können erfolgreich sein: Gosnell Movie ist ein politischer Dokumentationsfilm, der die zum damaligen Zeitpunkt Rekordsumme von 2,1 Mio. Dollar über Indiegogo als Finanzierung erhielt.

Wir haben für ambitionierte Produzenten, Regisseure und Schauspieler die besten Plattformen herausgesucht, damit der Film nicht länger Kopfkino bleibt, sondern es auf die Leinwand schafft!

 

1.      Kickstarter

Kickstarter ist die bekannteste aller Crowdfunding Plattformen. Der Erfolg von Veronica Mars und vielen anderen Filmen legen es nahe: Kickstarter ist aufgrund der enormen Reichweite eine Brutstätte für größere Filmprojekte:

Pro: 480 Millionen Dollar wurden bereits 2013 für Crowdfunding-Zwecke investiert. Investoren sind oftmals Liebhaber und suchen nicht unbedingt nach Profit. Großes Highlight ist das Kickstarter Film Festival.

Contra: Sollte die angestrebte Summe nicht erreicht werden, kann das bereits erhaltene Geld behalten werden. Die große Anzahl der Filme und Projekte machen es schwer, aus der Masse herauszustechen. Es gibt keine flexiblen Finanzierungsmöglichkeiten.

Sehenswert: Die kanadische Komödie Corner Gas: The Movie erfüllte die Finanzierungsrunde innerhalb eines Tages und bekam so genügend Mittel zum Dreh.

Photo credit: Kickstarter

 

2.      Indiegogo

Als zweitbekannteste Crowdfunding Plattform nach Kickstarter, hebt sich Indiegogo mit dem DIY-Gedanken von dem großen Rivalen ab – dafür wird sie von Filmemachern geliebt.

Pro: Nachdem 9% der angestrebten Summe erzielt wurden, darf Geld behalten werden, egal ob am Ende das Ziel erreicht wird oder nicht. Ein Indiegogo Widget kann auf die eigene Webseite platziert werden.

Contra: Die Sponsoren haben aufgrund des Geschäftsmodells weniger Interesse an einer Finanzierung als bei anderen Plattformen. Um aus der Masse herauszustechen, ist eine erfolgreiche Marketingstrategie nötig.

Sehenswert: Wem nach einer Runde Gruseln zumute ist, der wird vermutlich an The Sky Has Fallen Gefallen finden.

Indiegogo.com

 

3.      Seed&Spark

Im Gegensatz zu oben genannten Plattformen, konzentriert sich Seed&Spark ausschließlich auf Filme. Seed&Spark möchte Filmschaffende zu fördern, die am Ende durch die traditionellen Distributionssysteme oftmals rote Zahlen schreiben.

Pro: Für Filmproduzenten, mit einem Schwerpunkt auf den Vertrieb von abgeschlossenen Filmen.

Contra: Es gibt weniger Investoren, die über die Plattform angesprochen werden können.

Sehenswert: The Yellow Ribbon, ein Western-Kurzfilm mit großartigen Aufnahmen.

 

4.      Slated

Slated ist die ideale Plattform für diejenigen, die Filminvestoren aus der Filmbranche suchen.

Pro: Viele erfahrene Investoren nutzen Slated –  bspw. Schauspieler, Produzenten und Regisseure von Ghost World, The Descendants oder The Kids are All Right.

Contra: Das Projekt muss bereits eine Fan Basis bei Kickstarter gefunden haben, bevor Investoren auf Slated gesucht werden können. Mitgliedschaft ist nur über eine persönliche Einladung möglich. Crowdfunding ist ausschließlich in Form von Dividendenauszahlungen möglich.

Sehenswert: Slated selbst schweigt sich über erfolgreich finanzierten Filme aus. Sehenswert ist aber auf jeden Fall Odd Man Out, eine Dokumentation über Roman Polanski. Der Film erhielt einen Großteil der Finanzierung über diese Plattform.

Slated/IndieWire

Slated/IndieWire

 

5.      Fundrazr

Die kanadische Seite Fundrazr ist eine Crowdfunding Plattform für alle und für jeden Zweck.

Pro: Es ist leicht, aus der Masse herauszustechen (z.B. mit einer Social Media Kampagne und gelungenen Design). Die Seite hat viele Facebook-Fans.

Contra: Es gibt viele Charity-Projekte, welche nach Spendern suchen und nicht nach Investoren.

Sehenswert: Den Motor aufheulen lassen können Zuschauer mit Ryder, ein Film voll motorradfahrender Kopfgeldjägern mit tollen Action-Szenen.

 

6.      Ulule

Zu guter Letzt eine exklusive Crowdfunding Plattform für uns Europäer. Ulule ist die europäische Version von Kickstarter. Die Seite erstrahlt auch direkt in vielen europäischen Sprachen und internationalen Währungen.

Pro: Viele Großinvestoren kommen aus Europa.

Contra: Die meisten User stammen aus Frankreich

Sehenswert: Money Time, ein „Trip von der Steppe bis ins Weltall”. Viel Spaß auf der Reise!

Ulule.com

Ulule

Kennt ihr weitere Plattformen? Wir freuen uns über Euren Tweet an @WayToBlueDE!

 

Anmerkung: Dieser Blogpost stammt im Original von Mark Rad aus dem Jahr 2014 und wurde 2016 behutsam aktualisiert.