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Pinterest – Angriff aus zweiter Reihe

Pinterest – eine bunte Welt, die von kreativen Köpfen gestaltet wird. Im Marketing scheint diese Welt jedoch noch nicht ganz angekommen zu sein. Während Facebook, Twitter und Instagram sich bereits etabliert haben und auch immer mehr Marketer mit Snapchat experimentieren, bleibt es um den „Katalog unendlich vieler Ideen“ seltsamerweise ruhig. Wir haben nachgeforscht, ob es Sinn macht, Pinterest als Marketing-Instrument zu sehen und wie Unternehmen dabei vorgehen sollten.

Wer nutzt Pinterest?

Derzeit veröffentlicht Pinterest keine Zahlen. Im September 2015 gab das kalifornische Unternehmen auf seinem Blog eine Reichweite von 100.000 Millionen bekannt. 80% aller Nutzer weltweit waren im Jahr 2015 laut Financial Times weiblich. Außerdem sind die Pinner auffallend kauffreudig und an Trends interessiert.  Wie das E-Commerce Magazin berichtet, haben sich seit Juni 2015 die Nutzerzahlen in Deutschland verdreifacht und erstmals wurden mehr Nutzer außerhalb der USA verzeichnet als amerikanische. Lieblingsthemen der Deutschen sind Essen und Trinken, Mode, Einrichten und Wohnen, DIY und Reisen. Insgesamt pinnen sie täglich etwa eine Million Ideen.

Wie können Unternehmen Pinterest als Marketing-Instrument nutzen?

Nun liegt es an den Unternehmen, die steigenden Nutzerzahlen in Deutschland für sich zu nutzen. Pinterest wirbt mit einigen Erfolgsstorys bekannter Marken wie Topshop, Elle und Etsy, die es geschafft haben, sich auf der Plattform zu etablieren. Auch die Übernahme von Math Camp Entwicklern und die Einführung von neuen Tools deuten darauf hin, dass Pinterest sich für Unternehmen interessanter gestalten will.  So führte die Plattform im Mai 2016 die Funktion „Featured Collections“ ein. Hier erstellen Pinterest-Redakteure, Influencer und Unternehmen aktuelle Sammlungen, von denen sich die Nutzer inspirieren lassen können.

 

 

Featured Collections
“Featured Collections” bieten Inspirationen für die Nutzer Quelle: Pinterest

 

Außerdem integrierte die Plattform im Juli in den USA „Buyable Pins“ . Pins wie beispielsweise Jacken können nun direkt per Klick gekauft werden.Das ist insbesondere für Online-Retailer interessant, da so die User Produkte aus der Realität direkt mit Angeboten im Netz vergleichen können.

 

buyable pins
Die “Buyable Pin” Funktion gibt es derzeit vorerst in den USA  Quelle: Pinterest

 

Der “Rich Pin“ ermöglicht es etwa bei Apps, Orten oder Filmen zusätzliche Informationen direkt auf dem Pin zu zeigen. Beispielsweise kann ein Pin von einem Filmplakat mit einem „Rich Pin“ versehen werden, sodass Freigabebeschränkungen, Darsteller und Rezensionen erscheinen. Um den Erfolg der eigenen Pins messen zu können, stellt Pinterest Unternehmen und Marken das Tool Web Analytics zur Verfügung. Hier lässt sich tracken, welche Inhalte auf der eigenen Website von Usern „gepinnt“ werden, welche Pins am erfolgreichsten sind und wie die Nutzer damit interagieren.

Nutzt die Entertainment-Branche Pinterest?

Ein Beispiel für einen erfolgreichen Auftritt aus der Entertainment-Branche gibt Film4, der größte Filmkanal im Vereinigten Königreich. In weniger als einem Jahr schaffte der Kanal es laut Pinterest auf 600.000 Follower. Zum Vergleich: Auf Facebook hat Film4 rund 68.000 Fans, auf Twitter sind es etwa 48.000 Follower. Die Strategie: Film4 deckt alle Geschmäcker mit seinen Pins ab und setzt dabei nicht nur auf eigenen Content, sondern integriert auch fremde Inhalte. Dabei ist der Kanal experimentierfreudig und postet Video-Interviews mit Prominenten, Produkt-Pins für durch Filme inspirierte Grußkarten und Ort-Pins, die beispielsweise zeigen, wo Filme wie Guardians of the Galaxy gedreht wurden.
Auch die großen Player der Entertainment-Branche wie 20th Century Fox (4.300 Follower), Walt Disney Studios (53.900 Follower), Sony Pictures (1.200 Follower) und Sony Music (14.000 Follower) sind auf Pinterest vertreten. Mit Pinnwänden für Filme wie Independence Day, aber auch Collagen wie Style in Film oder Movie Quotes & Art werden Filmfans unterhalten. Für Musikliebhaber gibt es Sammlungen von Stars wie Michael Jackson, den besten Music Videos oder Sammlungen von Interviews and Greetings. Recherchen haben ergeben, dass besonders Pinns von Musikalben, Konzertbesuchen, Filmplakaten und Filmzitaten gut bei den Pinnern ankommen.

Wie sieht es mit den Rechten von Inhalten aus?

Bei dem Posten von Content, insbesondere fremden Inhalten, sollten Unternehmen jedoch einige Punkte beachten, um nicht in rechtliche Schwierigkeiten zu geraten. Wir empfehlen, eigenen Content zu veröffentlichen, beziehungsweise bei fremden Inhalten auf Nummer sicher zu gehen und sich die Genehmigung des Urhebers einzuholen. Bei Verletzung des Urheberrechts kann dies zu einer kostenpflichtigen Abmahnung führen.

Macht Pinterest im Marketing Sinn?

Die neue Funktion „Buyable Pins“ ist vor allem für Online-Retailer interessant. Auch die überwiegend weiblichen und kauffreudigen Nutzer passen zur Zielgruppe vieler Shops. Die Plattform betont selbst, dass sie sich als Trafficlieferanten für Online-Retailer sieht.
Aber auch im Entertainment-Bereich ist Pinterest interessant: Generell bietet es sich an, verschiedene Arten von Content zu posten. Dabei spielen visuelle Inhalte eine wichtigere Rolle als bei Facebook oder Twitter. Insbesondere bei Filmen mit weiblicher Zielgruppe macht es Sinn, Pinterest zu testen.
Auch wenn die Nutzerzahlen in Deutschland stark gestiegen sind, hinkt Pinterest Facebook & Co noch weit hinterher. Für experimentierfreudige Marketer macht es durchaus Sinn, die Plattform zu nutzen. Das Produkt sollte dann jedoch auch zur Zielgruppe von Pinterest passen. Wichtig ist auch, dass die Plattform Teil einer Social-Media Strategie ist. Als Ergänzung neben anderen sozialen Netzwerken ist Pinterest auf jeden Fall empfehlenswert.

Written by Dani Schmidt
August 4, 2016