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Pokémon Go: Comeback für die virtuelle Welt

Am 6. Juli 2016 wurde die beliebte Serie „Pokémon“ aus den 90zigern wieder ins Leben gerufen. Niantic hatte dazu eine pfiffige Idee und die App „Pokémon Go“ für iOS und Android entwickelt. Es ist eine auf GPS und mit AR (Augmented Reality – Erweiterte Realität) basierte Applikation.

Aber was genau bedeutet „AR – Erweiterte Realität“?

AR ist eine computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung, was bei einer App eine visuelle Darstellung in der „echten“ Welt bedeutet. Bei der „Pokémon Go“-App sind es die verschiedenen Pokémons, die sich auf der ganzen Erdoberfläche befinden.

Wie neu ist AR tatsächlich?

Seit 2003 hat sich der Entwickler metaio GmbH auf den Bereich AR spezialisiert. Metaio GmbH wurde 2015 von Apple aufgekauft und sie entwickeln an einer neuartigen VR-(Virtuel Reality)-Map-App. Auch Microsoft will mithalten und stellte im März 2016 die HoloLense vor. Das ist eine AR-Brille, die die Realität mit Computergrafiken anreichern kann. Die Idee dahinter ist wie aus „Star Wars“, Hologramme zu erzeugen und zukünftig fassbare Videochats zu führen. Microsoft nennt das ganze „Holoportation“.

Selbst im Marketing-Bereich ist AR nichts Neues. Diese Funktion wird schon von verschiedenen Kunden wie Otto, Deutsche Bahn, Brille24, Lego etc. genutzt. Lego Fusion ist ein schönes Beispiel, wie Lego Bausteine zum Leben erweckt werden können. Man baut sich sein Gebäude und mit Hilfe der App erstellt man eine eigene Welt dazu. Für die Kids von heute eine sehr schöne Ergänzung.

Die Mockingjay App © Studiocanal
Die Mockingjay App © Studiocanal

Auch im Film & Entertainment-Business fand diese Art von App Interesse. 2014 versuchten sich Lionsgate und Studiocanal mit einer GPS und AR basierten App bei „Mockingjay Teil 1 und 2“. Sie erzeugten wie im Film eine Möglichkeit Mitstreiter, die für die „Revolution“ waren, sich geheime Botschaften zu schicken. Das „Mockingjay“-Symbol wurde einfach an einem öffentlichen Ort markiert, Botschaft hinterlegt und nur Mitwissende mit dieser App konnten die geheimen Benachrichtigungen an dieser Stelle lesen.

Der Gedanke damals war, die „Revolution“ mitten in der Realität aufleben zu lassen. Für echte Fans war die App ein Must-have, aber für Außenstehende leider noch nicht.

 

Hat AR dank “Pokémon Go” doch noch eine Zukunft?

Dank „Pokémon Go“ erweckt die schon bekannte Technologie wieder ihr Interesse. Durch diesen geschickten Einsatz von GPS und AR konnte die Pokémon-Welt wieder ins Leben geholt werden. Da Pokémon schon damals eine große Beliebtheit hatte, war es klar, dass eine neue Integration benötigt wurde. Denn schon damals versuchte man Pokémons in die „reale Welt“ einzubinden mit Hilfe von Pokémon-Cards, Meisterschaften und Netzwerk-Videospiele.

Der Erfolg der „Pokémon Go“-App war nicht zu übersehen. Innerhalb einer Woche sprengte sie die Downloadzahlen in USA, Neuseeland und Australien. Laut Marktforschungsinstitut SimilarWeb hat die App schon Tinder überholt und demnächst auch Twitter. Wegen der Server-Überlastung war das Spiel noch nicht im deutschen Handel erhältlich, aber seit dem 13. Juli können sich die deutschen Gamer darüber freuen.

Kommt es nun zum Einsatz von AR Apps im Film & Entertainment-Bereich?

Kann durch diesen erfolgreichen Start dieser App wirklich mehr aus dem Bereich Film & Entertainment rausgeholt werden? Bei der „Mockingjay“-App wurden hauptsächlich nur Fans motiviert und kaum neue Mitglieder. Ein wesentlicher Kritik-Punkt hierzu war sicherlich die komplizierte Welt von „Die Tribute von Panem“. Denn die App setzte die Vorkenntnisse der Bücher/Filme vor, was bei „Pokémon Go“ nicht der Fall ist. Hier kann man gleich loslegen und spielen – egal ob man die Pokémon-Welt kennt oder nicht.

Mit dieser einfachen aber doch pfiffigen Idee wird man den Einsatz dieser Technologie überdenken. Denn sie eröffnet wieder neue Möglichkeiten, was für Film und Entertainment relevant werden kann. Schließlich war und ist „Pokémon“ eine Serie.

Written by Nadine Vaksic-Pillitteri
July 13, 2016