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Social Media Week: Video, Daten und Authentizität

Vom 12. – 16 September 2016 war die Social Media Week in London – die einzige Konferenz, bei der erwartet wird, dass man rund um die Uhr per Telefon erreichbar ist!

Die Social Media Week ist sehr nützlich, um zu sehen, auf welchem Stand die Industrie aktuell ist: Was raubt Marken den Schlaf? Welche digitalen Innovationen funktionieren am besten? Und was sind derzeit die wichtigsten Social Media Buzzwords?
Zum Glück gab es dieses Jahr keine Vorträge mehr dazu, dass Mobile die Zukunft ist. (Die Zukunft ist nämlich längst hier!) Dafür wurden die neuen Schlüsselbegriffe immer und immer wieder wiederholt: Video, Daten, Personalisierung, Influencer – und Integration.

1. Video

Laut Ian Crocombe, Head of Creative Shop bei Facebook, ist die Video Nutzung im Vergleich zu 2015 um 800% gestiegen. Wie David Cuen, Head des International Community Teams bei Instagram, sagt, sind die Videos auf der Foto-Plattform um 150% gestiegen. Dagegen auf Snapchat sind weiterhin Videos beliebt, ca. 80-90%.

Die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne bei Videos sind 2.5 Sekunden pro Content für Desktop und 1.7 Sekunden für Mobile. Deshalb ist es wichtig, dass das sein Video aus der Masse heraussticht (und den Scroll nach unten unterbricht).
Wie baut man nun ein Video auf, sodass es möglichst viele Views hat und möglichst lange gesehen wird? Eine Möglichkeit ist, zuerst das Ende zu zeigen und anschließend die Geschichte dazu. Mit einem auffallenden Aufhänger hat man einen schönen Eye-Catcher. Damit weckt man das Interesse der Zuschauer.

Die Investition in gute Videos zahlt sich aus: 68% der Leute, die das Video drei Sekunden lang ansehen, sehen sich 10 Sekunden an; 45% der Leute wiederrum, die das Video 10 Sekunden gesehen haben, sehen sich auch 30 Sekunden lang an.

2. Daten, Personalisierung, Daten, Resonanz

Daten: sind nun offiziell ausgereift – jetzt liegt der Fokus darauf, wie sie genutzt werden können. Wie man ROI trackt und das gesamte Kampagnen-Ökosystem informiert, insbesondere Content Strategien. Den heiligen Gral bekommt, wer emotionale Reaktionen hervorruft und so Markenaffinität aufbaut. Je besser das Unternehmen dabei die Zielgruppe kennt, desto gezielter kann Content eingesetzt werden, der Emotionen hervorruft: „Content, der einen sinnvollen Zweck hat“, wie Russel Pert von Facebook es nennt.

Verbraucher erwarten dies immer mehr. Laut Scott Curtis von der Mediaagentur Starcom teilen User gerne persönliche Daten, wenn sie dafür für sie relevante Informationen zur Verfügung gestellt bekommen. Diese Einstellung werden nur mehr Menschen übernehmen, sobald Marken stärker in Apps und Messenger-Diensten vertreten sind – wo sich User 50 % ihrer Zeit im Netz aufhalten.

Wie Roy Jacques, Managing Director von Sysomos, sagt, ist es sehr wirksam, auf die Bildschirmsperre zu targeten. Gleichzeitig bedeutet es, dass Marken nur eine Benachrichtigung davon entfernt sind, gelöscht zu werden.

Um das zu vermeiden, muss Content in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Inhalte sollten sich auf das Nutzungsverhalten beziehen und nicht auf die Demographie. Marketer müssen deshalb über Daten herausfinden, welcher Content der richtige für welche Zielgruppe ist und wann, wo und wie er gestreut werden muss.

3. Authentizität: Menschen, nicht Marken

“Menschen investieren in Menschen“, sagt Rachel Masuku von der Filmproduktionsfirma Lionsgate – „und Konsumenten machen sich längst nicht so viele Gedanken über Marken, wie diejenigen, die Marken vertreten“.

Genau hier kommen Influencer ins Spiel. Influencer-Marketing ist nichts Neues. Jedoch wird es immer wichtiger, da Konsumenten (hauptsächlich Millenials, die in der Ära des Social geboren wurden) ein sehr gutes Gespür für Authentizität entwickeln. Sie sträuben sich immer mehr gegen ‚#ad‘ in ihren Feeds. Um dies zu vermeiden, müssen Marken mehr bieten, als nur die gleiche Kampagne für alle Zielgruppen. Stattdessen sollten sie verschiedene Influencer-Typen nutzen, um unterschiedliche Personen zu erreichen.

Hootsuite empfiehlt hier, einen dreigleisigen Ansatz zu fahren: traditionelle Influencer (die das Marken-Image stärken), Botschafter (Gefühl) und Befürworter (Content, der von Usern generiert wurde).

Letztlich kommt es darauf an, dass Marken menschliche Beziehungen nutzen, um menschliche Beziehungen aufzubauen. Communities und nicht unpersönliche Unternehmen sollen Geschichten erzählen, die die Markenaffinität stärken.

Um das Ganze zusammenzufassen: In der Social Media Week gab es keine bahnbrechenden Neuigkeiten. Jedoch wurden die Inhalte verdeutlicht, die die meisten Marketer schon kennen: zuerst die Zielgruppe, nicht der Channel und der Social-Bereich sollten im gesamten Business ganz vorne stehen. Es ist wichtig, die Audience zu kennen und passenden Content zu kreieren, der zur richtigen Zeit und auf den richtigen Plattformen veröffentlicht wird. Entscheidend ist sinnvolle Beziehungen mit den Zielgruppen aufzubauen. Dafür werden neue Technologien in Marketing-Strategien aufgegriffen.

Written by Claire Slight
September 27, 2016